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Das älteste Majorturnier auf legendärem Boden

Zum 28. Mal findet die British Open Championship auf dem legendären ,,Old Course" von St. Andrews statt, erstmals wurde hier bereits im Jahre 1873 gespielt. Markenzeichen des Platzes sind die großen Doppelgrüns und natürlich Loch 17, ,,The Road Hole" genannt, Sie wissen, das Loch mit dem tiefen Bunker vor dem Grün, in dem so mancher Traum vom Sieg versank.
Im beschaulichen Universitätsstädtchen St. Andrews, hier studierte u.a. auch seine königliche Hoheit Prinz William und traf, nach Medienberichten auch dort seine Kate, wurde Golfgeschichte geschrieben. Im 19. Jahrhundert dominierten das Turnier zwei Namen, Willie Park und Old Tom Morris. Letzterer wurde hier auch mit seinem Sohn Young Tom Morris auf dem Friedhof begraben. Beide lieferten sich große Gefechte, anfangs um einen Ledergürtel mit prunkvoller Schnalle, später um den Claret Jugs, auch Weinkanne genannt. Das Städtchen St. Andrews Wer einmal in St. Andrews war kennt die Nostalgie, die dieses kleine Städtchen ausstrahlt. Eine nicht gerade breite Landstrasse führt von Markinch nach St. Andrews. In der British Open Woche herrscht hier ein Verkehrschaos, das man aber gerne in Kauf nimmt. Schon am Ortseingang fühlt man sich ins 19. Jahrhundert versetzt. An der linken Straßenecke, wo man zum Old Course abbiegen muss, ist ein kleiner Laden, wo noch Golfschläger vom ,,Club Maker" mit der Hand hergestellt werde. Zwei ,,Hauptstrassen" führen durch den Ort, die eine vorbei an Schottlands ältester Universität Richtung Friedhof, die andere zurück Richtung Golfplatz. Eine handvoll Restaurants sorgen hier für Abwechslung, ansonsten hat man das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist und die Bewohner nur darauf warten, dass durch eine British Open Championship wieder ,,Leben in die Bude" kommt. Clever sind die Bewohner von St. Andrews schon. Während der ,,Open" gehen sie nicht auf den Platz und schauen zu, nein, sie machen Urlaub oder besuchen Verwandte, um ihre Häuser an Touristen oder Medienvertreter zu vermieten. Die Mieten sind dermaßen teuer, dass ein Schotte damit gut ein Jahr lang leben kann. Hinzu kommt, dass es in St. Andrews nur wenige Hotels gibt und Edinburgh ca. 1 ½ Autostunden entfernt liegt. Auch in diesem Jahr werden sich die Einwohner wieder kräftig die Taschen füllen und sich das Golfspektakel irgendwo am Fernsehgerät anschauen. Das Turnier und seine Favoriten Wie in jedem Jahr werden sich die Spitzengolfer der Welt versammeln, um den Claret Jug am Finalsonntag in den Himmel zu strecken. Das Preisgeld von insgesamt $ 7 Millionen ist da Nebensache, denn der Titel ,,Majorsieger" zählt wesentlich mehr und dann noch bei der British Open - dies ist unbezahlbar. Letztes Jahr , zum Beispiel, spielte sich in Turnberry ein regelrechtes Drama ab. Der damals 59-jährige Tom Watson benötigte am letzten Loch nur ein Par um der älteste Majorgewinner aller Zeiten zu werden. Doch sein Annäherungsschlag lief über das Grün hinaus und so wurde es ein Bogey und es kam zum Play-off mit Stewart Cink, seinem Landsmann. Cink setzte sich im Vier-Loch-Play-off souverän durch, holte sich den Titel und die große Sensation blieb damit aus. Übrigens auch Lee Westwood verspielte seine Play-off Chance am Schlussloch mit einem Bogey und wurde Dritter. In diesem Jahr gehört der Engländer zu den großen Favoriten, denn er hat mit den St. Jude Classic sein zweites Turnier auf der U.S. PGA Tour gewonnen. Ebenfalls um den Sieg wird Tiger Woods kämpfen, der 2005, als auf dem Old Course zum letzten Mal gespielt wurde, mit fünf Schlägen Vorsprung vor Colin Montgomerie gewann. Ebenfalls bei den englischen Buchmachern ganz vorne zu finden sind: Phil Mickelson, Luke Donald, Ian Poulter und Paul Casey. Das allerdings Spieler gewinnen, die zum ersten Mal bei einer British Open Championship antreten, ist eher unwahrscheinlich, denn dies passierte bisher nur vier Mal nach Beendigung des zweiten Weltkriegs und nur einmal auf dem Old Course. Die Debütanten waren Ben Hogan 1953 in Carnoustie, Tony Lema 1964 in St. Andrews, Tom Watson 1975 in Carnoustie und Ben Curtis 2003 in Royal St, Georges. Schön ist es, dass sich neben Martin Kaymer mit Marcel Siem ein zweiter Deutscher im Teilnehmerfeld befindet. (rs)