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Martin Kaymer, die letzten drei Jahre | ||
| Sieht man Martin Kaymer, egal bei welchem Turnier, im TV, hat man das Gefühl, er wäre schon ewig im Golf-Zirkus mit dabei. Doch schaut man genauer hin, sind es gerade einmal dreieinhalb Jahre. Was er allerdings in dieser Zeit bisher erreicht hat, erreichen andere nicht in einer ganzen Karriere. | ||
![]() | Er ist bescheiden und zurückhaltend - er ist das neue Vorbild für die Jugend im Golfsport, die Rede ist von Martin Kaymer, dem besten Golfspieler Deutschlands. Schauen wir zurück: Im Jahre 2005 entschied sich Martin Kaymer mit einem Handicap von +5 (!) ins Profilager zu wechseln. Nachdem er die Qualifying School in dem Jahr nicht schaffte, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auf der EPD-Tour durchzuschlagen. Doch der Junge aus Mettmann mischte gleich richtig mit. "Ich hatte einen guten Start und gewann sechs der dreizehn Turniere, die ich auf der EPD-Tour spielte," erklärt er in aller Bescheidenheit. "In einem Turnier spielte ich sogar eine 59, aber dieses Ergebnis hätte noch besser sein können. Ich ärgere mich immer noch darüber, dass ich an Loch 17, einem leichten Par-5, nur Par gespielt hatte. Diese Runde allerdings hat mir geholfen in die Vodafone Challenge, einem Turnier der Challenge Tour, zu kommen, welches ich auch gleich gewann. Dieser Sieg hat meine Karriere natürlich stark beschleunigt, denn ich konnte den Rest des Jahres auf der Challenge Tour spielen. Ich habe acht Turniere gespielt und war davon sechs Mal unter den Top-4. Dadurch wurde ich vierter in der Moneylist und bekam die Karte für die European Tour. In einem Jahr von der EPD-Tour auf die große European Tour war schon schnell, " erzählte er weiter. Wer jetzt denkt, dieser Schritt kam für Kaymer zu früh und zu schnell, hat sich getäuscht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf der European Tour und fünf verpassten Cuts später, machte er da weiter, wo er auf der Challenge Tour aufgehört hatte. Schon im April 2007 belegte er bei der Open de Portugal den geteilten dritten Platz und machte damit auf sich aufmerksam. Drei geteilte 14. Plätze in den Monaten April, Mai und Juni, brachten ihn in der Order of Merit weiter nach vorne. Bei den Scandinavian Masters schrammte er knapp am ersten Sieg vorbei und belegte den geteilten zweiten Rang. Kaymer spielte sich in seinem ersten Jahr auf der großen Tour direkt ins Volvo Masters und belegt dort den sechsten Platz. Am Ende der Saison 2007 belegte er in der Abschlusstabelle den 41. Platz. 2008 wurde noch spektakulärer. Gleich zu Beginn des Jahres, genauer gesagt am 20.01.2008, trug sich Martin Kaymer bei den Abu Dhabi Golf Championship zu ersten Mal in die Siegerliste der European Tour ein und hatte damit, nach nur einem Jahr Zugehörigkeit, den Durchbruch geschafft. Vier Wochen später in Dubai fast der zweite Sieg, doch am Ende wurde es "nur" Platz zwei. Der Knaller kam dann im Juni. Auf dem Programm stand das 20. Jubiläum der BMW International Open im GC München-Eichenried. Noch nie hatte ein Deutscher dieses Turnier gewonnen bis, ja bis Martin Kaymer kam. In einem spannenden Finale und einem Turnierende im Playoff holte er sich den Titel und den zweiten Sieg der Saison. Mit zwei weiteren geteilten zweiten Plätzen bei der Alfred Dunhill Links Championship und dem Volvo Masters krönte Martin Kaymer die Saison 2008 mit Platz acht in der Order of Merit. Der Juli der Saison 2009 war der Monat des jungen Mannes aus Mettmann. Hintereinander war er bei den Open des France und den Scottish Open auf dem berühmten Platz von Loch Lomond siegreich und schob sich damit unter die Top-10 der Weltrangliste. Dies gelang vor ihm nur unserer lebenden Legende Bernhard Langer. Deutschland hatte mit Kaymer einen neuen Helden. Doch einen Makel hatte er, bei Majorturnieren in den USA konnte er bis dahin nicht überzeugen. "Meine Ergebnisse bei den Majorturnieren sind nicht gerade toll bis jetzt. Vielleicht erwarte ich von mir selbst zu viel," erklärt Kaymer. "Auch in den Turnieren der World Golf Championship habe ich bisher noch keine gute Leistung gebracht. Langsam wird es aber. Ich war im letzten Jahr sechster bei den US PGA Championship und in diesem jahr geteilter achter bei den U.S. Open. Langsam fühle ich mich in den USA wohler, dies war am Anfang nicht so." Das kann man nur unterstreichen, denn in diesem Jahr wurde er dritter bei den WGC- CA Championship, die ebenfalls in den USA ausgetragen wurden. Durch einen Sieg bei den Abu Dhabi Golf Championship und weiteren vier Top-10 Platzierungen belegt Kaymer aktuell den achten Rang im Race to Dubai und hat alle Chancen im Oktober im europäischen Ryder Cup-Team zu stehen. Eine tolle Bilanz nach nur dreieinhalb Jahren im Profizirkus. Ein Leben nach Maß? "Ich denke, das Laben auf der Tour ist nicht normal," philosophiert Kaymer. "Wenn Spieler denken es wäre normal, haben sie ein Problem. Es ist ein fantastisches Leben, um die Welt zu fliegen und alle Arten von Menschen kennenzulernen. Dies ist aber nicht normal. Ich weiß, was ich habe und wie glücklich ich mich schätzen kann. Ich versuche dies so viel, wie möglich zu schätzen." Der Golfsport in Deutschland wächst stetig, gerade auch wegen Martin Kaymer, der Vorbild für die Jugend ist. "Golf muss in Deutschland weiter wachsen, denn dieser Sport hat viel Potential. Jeder sagt ich wäre der nächste Bernhard Langer, deshalb habe ich eine Verantwortung. Als Junge wurde ich von Ernie Els inspiriert, heutzutage ist es schön, wenn junge Menschen zu mir aufschauen." Wir dürfen gespannt sein, was in den nächsten drei Jahren so alles im Golferleben des Martin Kaymer passieren wird. | |


