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Oosthuizen holt sich die Weinkanne | ||
| Genau richtig zum 150. Jubiläum holte sich Louis Oosthuizen den Titel bei der 139. British Open Championship. Damit ist er der vierte Südafrikaner dem nach Bobby Locke, Gary Player und Ernie Els dieses Kunststück gelang. Gespielt wurde auf dem alt, ehrwürdigen, ,,Old Course" von St. Andrews in Schottland, 6.679m lang bei Par 72. Das Wetter spielte seine Kapriolen und die Spieler wurden teilweise vor großen Herausforderungen gestellt. | ||
![]() | Erste Runde: Scheibenschießen Als die Spieler am Mittwoch ihre Proberunden auf dem "Old Course" spielen wollten, zeigte sich der Wettergott von seiner "British Open-Seite". Starker Wind und heftiger Regen machten ein Trainieren unmöglich. Alle befürchteten schon, dass es in der ersten Runde am nächsten Tag genauso sein würde. Doch weit gefehlt, am Morgen kaum ein Lüftchen, das über den Platz wehte, die Grüns schnell und weich. Das Scheibenschiessen konnte also beginnen. Rory McIlroy war der Mann des Tages mit einer blitzsauberen 63 (-9) egalisierte er das niedrigste Ergebnis in der Major-Geschichte. Es war sogar mehr drin, an Loch 17, dem "Road Hole" ließ er sogar noch eine dicke Birdie-Chance aus. "Ich dachte wohl zu sehr an den neuen Platz- und Championship-Rekord beim Putten, deshalb habe ich den Putt zur 62 wohl verschoben," sagte der Nord-Ire hinterher. Dicht hinter ihm rangierte der Südafrikaner Louis Oosthuizen, der mit 65 Schlägen (-7) ins Clubhaus kam. Platz drei teilten sich Bradley Dredge, Peter Hanson, Andrew Coltart, Steven Tiley und man höre und staune, John Daly. Alle notierten eine 66 (-6). Erfreulich, dass Marcel Siem bei seiner ersten Teilnahme an einer British Open gleich überzeugen konnte und dies an seinem 30. Geburtstag. Der Deutsche musste an den Löchern 11 und 14 zwar jeweils ein Bogey notieren, doch schrieb er auch sieben Birdies auf die Scorekarte und belegte u.a. mit Lee Westwood, Tiger Woods, Y.E. Yang, mit 67 Schlägen (-5) den geteilten achten Platz. Damit machte er sich ein schönes, eigenes Geburtstagsgeschenk. Insgesamt blieben am ersten Tag 73 Spieler unter Par und 95 spielten even Par und besser, das gab es noch nie in St. Andrews bei einer British Open. Nur die Spieler, die am Nachmittag gestartet waren hatten etwas mit dem aufkommenden Wind zu kämpfen. Martin Kaymer brachte ein 70 (-2) ins Clubhaus und belegte damit den geteilten 45. Rang. Zweite Runde: Der Kampf gegen den Wind Am frühen Morgen schien noch die Sonne, der Wind wehte mittelstark und die Ergebnisse waren dementsprechend gut. Doch ab 11:30 Uhr Ortszeit wurde es dann ungemütlich. Wie vorausgesagt wurde der Wind stärker, vereinzelte Regenschauer setzten ein und die "alte Lady" begann sich zu wehren. Um 14:40 Uhr Ortszeit war es dann erst einmal vorbei. Der Wind wurde so stark, dass auf den Löchern 9, 10 und 11 das Putten nicht mehr möglich war. Windböen bis zu 60 km/h fegten an dieser Stelle über den offenen Platz. 65 Minuten später ging es weiter, der Wind hatte allerdings nur 10 km/h abgenommen. Durch die Unterbrechung kamen nicht mehr alle Spieler ins Clubhaus und mussten am Samstagmorgen ihre Runde beenden. Spielten am ersten Tag noch 73 Spieler unter Par, waren es am Zweiten nur noch 26. An der Spitze lag der Südafrikaner Louis Oosthuizen, er kam mit einer 67 (-5) ins Clubhaus und wies ein Gesamtergebnis von -12 auf. Auch der British Open-Sieger von 1989, Mark Calcavecchia (-7), auf Rang zwei sowie Paul Casey, Lee Westwood, Alejandro Canizares und der koreanische Amateur Jin Jeong, alle mit -6 auf dem geteilten dritten Platz, konnten die Gunst der ganz frühen Startzeit nutzen. Auch die beiden deutschen Golf-Pro´s konnten sich unter den Top-30 behaupten. Martin Kaymer lag mit -4 auf dem geteilten 14. Rang und Marcel Siem kam mit -2 auf den geteilten 27. Platz. Der große Verlierer des zweiten Tages war der Nord-Ire Rory McIlroy. Nach der 63 zur Eröffnung notierte er eine 80 (+8) und fiel auf den geteilten 38. Rang zurück. Der Cut lag bei +2 und forderte prominente Opfer. Die beiden Finalrunden verpassten Justin Rose (+3), Ernie Els, Mike Weir (beide +4), Angel Cabrera (+5) sowie Padraig Harrington, KJ Choi und Jim Furyk (alle +6). Dritte Runde: Starker Wind und gute Ergebnisse Der "Moving Day" begann etwas verspätet, da 30 Spieler ihre zweite Runde am frühen Morgen noch beenden mussten. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 45 km/h und gelegentlichen Regenschauern, hatten sich die Spieler mittlerweile auf die Bedingungen eingestellt. Louis Oosthuizen konnte seinen Platz an der Sonne halten, kam mit einer 69 (-3) ins Clubhaus und hatte am Ende vier Schläge Vorsprung auf Paul Casey, der sich als Mann des Tages entpuppte. Casey spielte die ersten neun Löcher fünf unter Par und die restlichen neun in even Par, schob sich mit 67 Schlägen (-5) und einem Gesamtergebnis von -11 auf den alleinigen zweiten Platz. Ebenfalls stark unterwegs war Martin Kaymer. Mit 68 Schlägen (-4) belegte er mit insgesamt acht unter Par den dritten Platz und hatte mit sieben Schlägen Rückstand auf Oosthuizen nur noch eine Außenseiterchance auf den Sieg. Genauso wie die Viertplazierten Alejandro Canizares, Henrik Stenson und Lee Westwood, die mit einem Gesamtergebnis von sieben unter Par eigentlich nur noch um die Plätze spielten. Der große Verlierer am "Moving Day" war Mark Calcavecchia. Er hatte einen Horrorstart erwischt. An den Löchern zwei, drei und vier spielte er jeweils Bogey und an Loch fünf, einem Par fünf notierte er gar eine neun(!) auf der Scorekarte. Mit Birdies an der 12, 13 und 14 und einem weiteren Bogey an der 17 kam er mit einer 77 (+5) ins Clubhaus und fiel auf den geteilten 26. Rang zurück. Auch der zweite Deutsche im Feld, Marcel Siem, verlor 14 Plätze und belegte mit einer 74er Runde (+2) den geteilten 41. Rang. Vierte Runde: Die Entscheidung Am Geburtstag von Nelson Mandela schien in St. Andrews die Sonne und ein 27-jähriger Südafrikaner holte sich die Krone im Golfsport. Mit vier Schlägen Vorsprung startete er in die Schlussrunde, mit sieben Schlägen Vorsprung beendete er sie. Sein ärgster Rivale Paul Casey notierte nach seinem Triple-Bogey an Loch 12 eine 75 und wurde nur Dritter. Die anderen Spieler wie Lee Westwood, Martin Kaymer, Henrik Stenson oder Rory McIlroy waren von Anfang an zu weit weg und hatten nicht den Huch einer Chance auf den Sieg. Mit einer lockeren 71 (-1) und insgesamt 16 unter Par trat er in die Fußstapfen eines Bobby Locke (4 x British Open Champion), eines Gary Player (3 x) und Ernie Els (1 x), dessen Foundation im als Teenager in Sachen Golf-Karriere Hilfestellung gab. "Es ist unglaublich, unfassbar," sagte Oosthuizen hinterher. "Ich werde es wohl erst morgen oder in einer Woche begreifen, was hier passiert ist. Ich denke, ich habe die ganze Woche gut gespielt und mein größter Erfolg war wohl, dass ich cool geblieben bin." Es gab in der Finalrunde nur einen einzigen Moment, wo Oosthuizen ein paar Nerven zeigte. Dies war an Loch acht, als er ein Bogey notierte und sein Vorsprung auf drei Schläge schrumpfte. Doch bereits an Loch neun trat er wieder wie ein Champion auf, schlug den Ball vom Abschlag aus auf das Grün und verwandelte seinen Eagle-Putt aus gut 13 m. "Drei Schläge Vorsprung waren zu diesem Zeitpunkt gar nichts, doch das Eagle half mir nach meinem Bogey einen weiteren Schlag gut zu machen," erinnert sich Oosthuizen. "In dem Moment, als Paul Casey seinen Abschlag in den Busch setzte an Loch 12 und die sieben notierte und ich meinen Birdie-Putt verwandelte, ging es mir wieder besser." In der Weltrangliste kletterte Oosthuizen mit diesem Erfolg auf Rang 15. Keine Rolle bei diesem Majorturnier spielten Tiger Woods (T23/-3) und Phil Mickelson (T48/+1). Aus deutscher Sicht gab es Licht und Schatten. Erfreulich, dass Marcel Siem mit eine 70er Schlussrunde (-2) ins Clubhaus kam und am Ende den geteilten 27. Platz belegte. Schlecht lief es allerdings für Martin Kaymer. Teilweise lag er in der letzten Runde bei neun unter Par, doch am Ende kam nur eine 74 (+2) heraus und der geteilte siebte Rang mit einem Gesamtergebnis von sechs unter Par. | |


